Küchen ergonomisch einrichten

June 6th, 2012
admin

Das Wort Ergonomie setzt sich aus den griechischen Wörtern ergon, Arbeit und nomos, Gesetz zusammen. Ziel der Ergonomie ist es, Arbeitsplätze, Maschinen, Produkte und Möbel so zu gestalten, dass die Benutzer keine körperlichen Schäden erleiden, wenn sie über längere Zeit damit arbeiten.

Gerade die Küche ist der Bereich der Wohnung, in dem man sich viel aufhält. So haben Berechnungen ergeben, dass in 20 Jahren in einer Küche ca. viermal um den Bodensee gelaufen wird. Auch verbringt man viel Zeit im Stehen. So verwundert es nicht, dass zum Beispiel die Höhe von Arbeitstheken daran angepasst werden muss, welche Körperhaltung die geringste Belastung für die Wirbelsäule ergibt. Kompliziert wird die Situation dadurch, dass meistens Menschen mit verschiedener Körpergröße in einer Küche arbeiten.

Schon im 19. Jahrhundert haben sich Frauen mit der optimalen Aufteilung einer Küche beschäftigt. Dazu studierten sie die durchorganisierten Küchen auf Schiffen oder im Speisewagen eines Zuges. Weiter banden sie Probandinnen einen Faden an die Füße, um zu sehen, wie die Wege in einer Küche sind und wie man sie verbessern kann. So kamen die ersten Erkenntnisse zustande und wurden teilweise im sozialen Wohnungsbau verwirklicht, wo die Vorläufer der heutigen Einbauküchen entstanden.

Heute ist die Küchenplanung natürlich teilweise von Geld abhängig. Aber ob die Küchen Prestige-Projekte sind, durchgestylt und hochgerüstet mit Elektronik, oder billige Standardlösungen, in beiden Fällen werden viele Fehler gemacht, die zu vermeiden den Menschen helfen, sowohl Zeit zu sparen als auch gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

Dass Vorräte meistens in der Nähe des Kühlschrankes und des Herdes stehen, ist sinnvoll. Dass die Geschirrschränke in der Nähe des Waschbeckens oder der Geschirrspülmaschine stehen ebenso. Dass Schränke von der Decke bis zum Boden durchgehend sind aber weniger. So muss man sich entweder auf einen Stuhl stellen oder auf dem Boden kriechend in die unteren Schränke klettern, um dort etwas zu suchen.

Immer öfter sieht man heute auch den Backofen auf Brusthöhe. Üblicherweise ist ein Backofen unter dem Herd angeordnet, was Geld spart durch die Kombination der beiden Geräte aber extrem unpraktisch ist, da man sich immer bücken muss, was schwierig und mühsam sein kann mit einem heißen, schweren Backblech.

Ein paar Grundregeln, gerade für kleine Küchen sind einfach umzusetzen:

  • Dinge dort aufbewahren, wo man sie braucht, also die Zonen nicht mischen – Vorräte bei Vorräten lassen, also den Vorratsschrank beim Kühlschrank.
  • Beim Herd auch den Platz für Gewürze, Öl, Backzutaten und Arbeitsgeräte einplanen.
  • Auch Töpfe und Backformen gehören in die Nähe des Herdes.
  • Ess-Besteck und Geschirr nicht mit Arbeitsbesteck mischen.
  • Die Höhe der Arbeitsplatte lässt sich mit der Faustformel „Ellbogenhöhe minus 15 Zentimeter“ berechnen.

Wenn man diese paar Tipps beherzigt, kann man schon viel Zeit und Nerven sparen in der Küche und Rückenschmerzen vorbeugen.

Foto: RainerSturm  / pixelio.de

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